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Top-Beitragsschreiber: Belsky (4.832)
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Frage - Antwort! Thema, Unlösbares Problem? in DDr. Belsky berät Sie persönlich; Hallo Herr Dr. Belsky, ich wende mich heute an Ihr Forum, weil ich meiner Schwester gern helfen möchte. Bei meiner ...
  1. #1
    mäuschen1 ist offline Denta-Beauté Forumsmitglied
    Registriert seit
    29.07.2011
    Beiträge
    1

    Unlösbares Problem?

    Hallo Herr Dr. Belsky,

    ich wende mich heute an Ihr Forum, weil ich meiner Schwester gern helfen möchte.

    Bei meiner Schwester besteht ein äußerst ausgeprägter, nicht kontrollierbarer Würgereiz, der bereits bei Druck auf die Zunge oder durch den Wasserstrahl der Instrumente ausgelöst wird. Hinzu kommt, dass unter solchen Stressmomenten eine erhöhte Speichelproduktion (wieso dies passiert, wollte oder konnte uns bisher keiner erklären) erfolgt und somit die Flüssigkeitsmenge im Mund zusätzlich zunimmt. Absaugmöglichkeiten bestehen aufgrund des Würgereizes nur teilweise und mit dem kleinsten Absauger.

    Die einzige Möglichkeit, welche die ZÄ bisher aufzeigten, war eine Behandlung unter VN, welche jedoch (trotz Vorkehrungen) sehr risikoreich wäre und lt. Anästhesie nur im äußersten Notfall unter Abwägung des Nutzen-Risikos Anwendung finden sollte.

    Anästhesiespray im Rachenraum und Akupunktur waren wirkungslos, Hypnose ist unter den derzeitigen Umständen nicht anwendbar.

    Behandelt werden muss mittels Füllung ein WHZ sowie zwei 7er BZ (je einer im OK und UK).

    Darf ich Sie fragen, wie Sie Patienten, welche die Symptome meiner Schwester zeigen, behandeln?

    Welche Möglichkeiten gibt es noch, den Würgereiz während einer Behandlung auszuschalten, oder ist dieses Problem wirklich unlösbar und eine Behandlung unmöglich?

    Ich würde mich über eine Antwort freuen.

    Viele Grüße

    Annabell-Jule

  2. #2
    Avatar von Belsky
    Belsky ist offline Administrator
    Registriert seit
    03.03.2007
    Ort
    Wien
    Beiträge
    4.832
    Sehr liebe Anabell!

    Es ist schön das Sie Ihrer Schwester helfen wollen, jedoch wird sich Ihre Schwester nur selber helfen können. Wie meine ich das? Erst wenn sich Ihre Schwester selber hinsetzt, sich mit dem Problem ernsthaft auseinandersetzt, ohne viel Trara, dann wird sie zu einer Lösung kommen.

    Wir Menschen spielen im Leben Rollen, nennen wir es Theaterrollen. Eckhart Tolle bezeichnet solche Rollen als unser Ego. Dahinter sind wir, unser Bewußtsein, das was hinter den Gedanken steht.

    Unser Ego, unser Selbstbild ist also nur ein Konstrukt aus Gedanken - wie wir uns sehen wollen; wie wir uns teilweise durch eine Brille sehen; wie wir wollen, dass uns unsere Umwelt sieht.

    Je nach eingenommener Theaterrolle sind wir mehr oder weniger mit dieser zufrieden. Einige wechseln von Freude zu Leid in einem regelmäßigen Rhythmus; andere gieren nur nach Freude und verursachen so anderen und sich selbst Leid, ohne es zu merken; wiederum andere sind hauptsächlich im Leid um z.B. Aufmerksamkeit zu erregen - ein Hilferuf also.

    Manchmal wird aber das Leiden so groß, dass wir diese Rolle plötzlich unbemerkt verlassen, Sie kennen das vielleicht: Nach einer Trennung, oder einem Verlust eines lieben Menschen ist man meistens vorerst mit einer Trauerrolle beschäftigt - man ist Umgeben von guten Freunden die einem Rat geben; Freunden die einem helfen wollen; man ist zu gedröhnt mit guten und schlechten Ratschlägen/Argumenten; man grübelt über das nach was man falsch gemacht haben könnte; man pendelt zwischen Vorwürfen und Wutanfällen - aber egal was man macht, der Leidensdruck wird nicht weniger bis plötzlich in einem stillen Moment alles von alleine abfällt.

    Man will dann nicht mehr von anderen etwas hören, man will nicht mehr mit anderen darüber reden, man will plötzlich nicht mehr sich mit dem Leid beschäftigen müssen. Man ändert sein Leben einfach, plötzlich beginnt man neue Dinge zu tun, ohne viel darüber zu reden, ohne anderen viel darüber zu erzählen, man macht einfach und plötzlich geht es auch einem wieder gut. Plötzlich bekommt man Energie und Kraft und weiß eigentlich nicht genau woher. In dem Moment, wo das Leiden unüberwältigbar wird, zwingt es uns unsere Theaterrolle - unser Ego zu verlassen, in diesem Moment sind wir einfach wir selbst, sind wir bewußt und plötzlich passiert alles von alleine. Wir verlassen die Theaterrolle, verlassen unser Ego, wir sind einfach nur.

    Bei den meisten Menschen kommt dieser Zustand mit zunehmenden Alter schneller, denn als junger Mensch kostet man diese Theaterrollen noch aus - man ist eifersüchtig, trauert wild herum, hungert sich fast zu Tode, oder macht eben andere verrückte Sachen um nach "Hilfe" oder Aufmerksamkeit zu rufen - erst mit dem Alter merkt man, dass die eigentliche Hilfe nur von sich selber kommen kann. Nur wenn man aufhört eine Rolle zu spielen, wenn man aufhört zu Glauben das man das Ego ist - wenn man erkennt, das man das Erkennen ist, aber nicht das Erkannte wird Leid beendet - egal welches Leid

    Sie werden vielleicht das "Würgproblem" lösen können, dann wird aber ein neues Problem kommen usw. Ich weiß nicht wieso Ihre Schwester leidet, der Würgreiz ist es aber nicht per se, dahinter steht was anderes, sonst würde nicht Sie, sondern Ihre Schwester mit mir hier schreiben. Ihrer Schwester geht es wie vielen anderen Menschen auch, man wird sie behandeln können sobald sie das selbst wollen wird und sie werden davon vermutlich dann nichts mehr mitbekommen, es wird einfach geschehen - alles Gute!
    Wir hoffen Ihnen ein bisschen geholfen zu haben und verbleiben Hochachtungsvoll



    im Namen des
    Denta Beauté Teams
    DDr. J.M. Belsky

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