Liebe Frau Susan!
Unter EBM Evidence based Medicine versteht man einen Behandlungsstandard im weiteren Sinne. Wie ist das zu verstehen
Wenn neue Therapien, Medikamente und Behandlungsschritte etabliert werden, heißt dass noch lange nicht, dass diese Maßnahmen wirklich nützlich sind. Behaupten kann man viel, es wird nicht automatisch richtig nur weil vor dem Namen der aussagenden Person ein OM.DDr.Prof. usw. steht.
Behauptungen müssen überprüft werden, dazu werden klinische Studien durchgeführt. Leider werden dies allzu häufig manipuliert, schlampig und oder schlecht durchgeführt.
All diese Studien werden gesammelt und z.B. in Datenbanken veröffentlicht. Wie weiß man aber nun was ist eine gute und eine schlechte Studie, Ärzte können dies sehr schwer unterscheiden, eine fundierte Ausbildung in Statistik ist nicht in unserem Lehrplan enthalten.
Nun gibt es Datenbank z.B. heißt so eine Datenbank Cochrane - wo nur Studien aufgenommen werden, die ganz bestimmte Kriterien erfüllen. Das heißt diese Studien werden auf Herz und Niere von anderen Wissenschaftlern, von Statistikern usw. geprüft - erst wenn die Ergebnisse nachvollziehbar und signifikant sind, dann werden diese in der Datenbank publiziert.
Somit hat der Arzt die Möglichkeit nur Verfahren an seinen Patienten anzuwenden, die wirklich einen Nutzen haben.
Leider existieren noch wenige Arbeiten und viel in der Medizin beruht auf alten Überlieferungen und alt eingesessenen Klinikstandards. Doch dies beginnt sich langsam zu ändern - EBM wird immer wichtiger im klinischen Alltag.
Bezüglich Ihrer letzten Frage:
Eine Wurzelbehandlung, die laut dem "Lehrbuch" durchgeführt wird dauert bedeutend länger und ist somit mit Zusatzkosten verbunden, die Kassen zahlen Sonderleistungen wie Kofferdam, Mikroskop usw. nicht.